Ausstellung zum Thema
Sucht- und Drogenvorbeugung

Vom Montag, 11.06. bis Donnerstag 14.06.07 wurde im Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung eine Ausstellung zum Thema Sucht- und Drogenvorbeugung gezeigt. Insgesamt haben 22 Klassen des Vollzeitschulbereiches (Handelsschule, Höhere Handelsschule, gymnasiale Oberstufe) die Ausstellung besucht. Herr Kessler, Unternehmensberater und Therapeut aus Essen, hat die Ausstellung erläutert und ist mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch gekommen. Die Kosten hat der Förderverein des Berufskollegs freundlicherweise übernommen.

120 junge Menschen, die sich zu einer Selbsthilfegruppe VISION zusammen gefunden haben, haben diese Ausstellung aufgebaut, um andere junge Menschen aufzuklären, mit den Gefahren der verschiedenen Drogen richtig umgehen zu können. Insgesamt wurden 5 verschiedene Installationen erstellt.

  1. Eine Person, die in einer Toilette liegt, weist auf die illegalen Drogen hin.
  2. 420.000 Zigarettenkippen, die in Kunststoffröhren aufbewahrt werden, stellen die durchschnittliche Produktionsmenge eines Rauchers während seines Lebens dar.
  3. Ein Sarg, der mit leeren Flaschen dekoriert wurde, macht deutlich, dass die Alkoholerkrankung für viele Menschen tödlich endet. Die persönlichen Lebensdaten von Johanna K. zeigen auf, wie sich der körperliche und soziale Zustand im Verlauf der Alkoholerkrankung immer mehr verschlechtert hat.
  4. Eine Werkbank, die mit leeren Flaschen und anderen Suchtstoffen "geschmückt" wurde, zeigt die Gefahren des Drogenkonsums am Arbeitsplatz auf. Typische Verhaltensweisen (z.B. Einrichtung eines Verstecks für Alkohol) werden erläutert.
  5. Eine Schaufensterpuppe, die mit einem schwarzen Tuch verhüllt wurde und an der Begriffe (z.B. Angst, Schweigen) befestigt sind, visualisiert die Co-Abhängigkeit der Angehörigen von Suchtkranken.

Die Installationen lenken die Aufmerksamkeit der Betrachter auf die vielfältigen und problematischen Hintergründe der Drogen und der Sucht, ohne zu schockieren. Die Ausstellung will nicht dazu anleiten, Verbote auszusprechen. Die Betrachter sollen angeregt werden, über ihren eigenen Lebensstil und ihre (Drogen-)Konsumgewohnheiten nachzudenken.

An vielen konkreten Beispielen zeigte Herr Kessler auf, wie nachteilig sich der Konsum von Drogen auf die Gesundheit, auf die sozialen Beziehungen und auf die wirtschaftliche Situation der Betroffenen und deren Familien auswirkt.

So verändert sich z.B. die Kommunikation in einer Paarbeziehung im Laufe der Zeit. Im Alkoholrausch kann es zu Gewalttätigkeiten kommen. Doch darüber wird nicht offen gesprochen. Die Verletzungen der misshandelten Ehefrau werden mit einem Unfall erklärt. So wird der Alkoholiker geschützt, und dies ist gerade keine Lösung des Problems. Auch die Kinder eines alkoholkranken Elternteils sind betroffen. Viele sind hilflos und schämen sich. Hier ist es ganz wichtig, sich an Menschen (z.B. an eine Beratungsstelle oder an Lehrerinnen und Lehrer) zu wenden, um über diese Probleme zu reden. Menschen sind wertvoll und sollten sich gegenseitig Achtung entgegenbringen, indem sie sich z.B. offen in die Augen schauen. Der Mensch braucht Liebe, Sicherheit, Geborgenheit, Anerkennung und Vertrauen. Wenn diese Bedürfnisse erfüllt sind, führt dies u.a. zu mehr Selbstbewusstsein. Dann sind Drogen überflüssig.

Besonders eindrucksvoll war für die Schülerinnen und Schüler eine Demonstration am Ende der Veranstaltungen. Spezielle Brillen führten bei den Trägern dazu, dass sie die Blickweise eines alkoholisierten Menschen einnahmen. Die Brillenträger konnten u.a. nicht mehr über eine Linie auf dem Boden gehen. Schön wäre es, wenn diese Erfahrung dazu führt, dass sich die Schüler und Schülerinnen nach dem Konsum von Alkohol nicht ans Steuer eines Autos setzen.

Johannes Haase, Drogenberatungslehrer


Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Ahaus 2007
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